Karl Josef Kassing - Schriftsteller

Rundbrief Nr. 30, Frühjahr 2024


„Hallo, die Ihr dies lest!“

So endet eins der Gedichte in dem Band, den ich jetzt vorstelle (S. 41). Er enthält Gedichte, die im Laufe von Jahrzehnten entstanden sind: Meditationen über Wanderungen, Erinnerungen an meine Frau, einfühlsame Betrachtungen von Pflanzen und Tieren, auch von eher unbeachteten. So schaut der Autor einer Kröte in die Augen und findet sie schön! Das Buch könnte also Naturliebhaber/innen besonders ansprechen. Leseproben wie immer: www.fohrmann-verlag.de

Zu einer Reihe von Gedichten hat mich auch der Garten inspiriert. Allerdings waren meine Erfahrungen mit ihm in letzter Zeit wechselhaft. Ich musste vier alte Apfelbäume absägen (Karl, bleib ehrlich!) – absägen lassen: der eine war schon eingegangen, die anderen waren erkennbar dabei, einzugehen. Natürlich ist das schade. Aber ein Schneeball (Strauch), der vorher unter ihnen im Dauerschatten stand, hat noch nie so reich geblüht wie jetzt. Alles hat eben seine zwei Seiten.

Das gilt auch für den Kleinkrieg zwischen Rasen und Moos, in dem ich bisher Partei für den Rasen ergriff, allerdings mit mäßigem Erfolg. Am vernünftigsten ist es wohl, das Moos einfach schön zu finden. Dazu ein kleiner Vierzeiler, den ich jetzt eigens für diesen Rundbrief verfasst habe:

Der Rasen bringt nur immer Frust,
doch Moos wächst, dass es eine Lust.
Drum, willst du dich des Gartens freu‘n,
soll Moos dein grüner Liebling sein!

Auch in dem Buch stehen humorvolle bzw. ironische Texte. Die Hoffnung, dass dieser Autor es jemals schafft, ganz ernsthaft zu bleiben, wird man aufgeben müssen. Z. B.  beklagen sich die Raupen, Schnecken und Blattläuse bitter über den Gärtner, diesen Bösewicht! Eine kleine Kostprobe bietet auch schon das Gedicht auf dem Flyer. Aufgabe: Interpretiert dieses Gedicht (Inhalt, Form, Sprache, Aussage)! Aber bitte jetzt keinen Stress, Hausaufgaben sind in der Erwachsenenbildung natürlich freiwillig.

Allerdings macht sich in den Gedichten auch mein Alter bemerkbar. Einige meditieren über Zeit und Ewigkeit. Daran werde ich ja auch bei jedem Besuch auf dem Friedhof erinnert. Auf dem Urnengrab meiner Frau (irgendwann auch meins) steht seit der Beerdigung noch das Holzkreuz; eine Steinplatte habe ich nicht anbringen lassen. Von der Rückseite wächst Efeu über das Grab. Das sieht richtig kuschelig aus ... Im Juni werde ich 88. Man kann die Zahl drehen oder auf den Kopf stellen, wie man will, sie bleibt sich gleich: also wird sie wohl auch stimmen. Und von meinem Geburtstag an bin ich 88+X. Nun ja, man wird sehen.
Euch, die Ihr zumeist ja noch jünger seid, wünsche ich: Genießt Eure Jugend!
In diesem Sinn mit herzlichem Gruß

Karl Josef Kassing

 

Ein Autor in zwei Rollen:

Karl Josef Kassing verfasst Erzählungen und Gedichte, mal nachdenklich und ernst, mal heiter oder satirisch. Und er beschäftigt sich mit religiösen Themen, wobei er herauszufinden sucht, was er glauben darf und was er nicht zu glauben braucht.

Das Weltkind und der Theologe verstehen sich ganz gut, wenn auch der eine schon mal den Kopf schüttelt über das, was der andere schreibt. Nicht selten arbeiten beide sogar gemeinsam an einem Manuskript.


Veröffentlichte Bücher:

2024 / 2023 / 2022 / 2021 / 2020 / 2019 / 2018 / 2017 / 2016






 


Publikationsliste

Folgende Bücher sind derzeit vergriffen und werden im Zuge der Gesamtausgabe vom Autor Karl Josef Kassing bearbeitet und vom Fohrmann Verlag neu herausgegeben:

2001 Mirjam, die Mutter Jeschuas. Erzählung mit theologischem Anhang
1991 Balladen von der Erft
1989 Versuch über Wellen zu gehen: Gebete für Kleingläubige
1977 Gedicht auf Rädern
1977 Wunderland: Heitere und ernste Geschichten